SKM Rastatt

Erfahrungsberichte unserer Betreuer

Rechtliche Betreuer – was erleben sie?

Sie sind sich nicht sicher, was auf Sie alles zukommt, wenn Sie eine rechtliche Betreuung übernehmen? Als Betreuer kümmern Sie sich um die Angelegenheiten, die Ihr/-e Klient/-in nicht selbst erledigen kann. Unsere ehrenamtlichen Betreuer/-innen erleben ihre Aufgabe als sehr vielfältige und erfüllende Erfahrung, mit Höhen und Tiefen. Hier einiges aus ihren Erlebnissen:

Besuche & ganz normaler Alltag

„Wenn ich Frau B. besuche, unterhalten wir uns einfach über alltägliche Dinge. Sie mag Gesellschaftsspiele und kleinere Unternehmungen besonders gerne.

„Als ich das erste Mal zu Frau K. kam, brauchte sie erst einmal neue Kleidung und Hygieneartikel.“

Geld und finanzielle Angelegenheiten

„Meine erste Betreute war eine ältere Dame. Ich besuchte sie alle 14 Tage und schaute nach ob irgendetwas fehlte, brachte ihr ein paar Blümchen und ihren geliebten Rosinenweck mit. So baute sich mit den Jahren eine nette Freundschaft auf. Als ihr Barguthaben zu Ende ging, stellte ich beim Sozialamt einen Antrag auf Sozialhilfe.“

„Als ich die Aufgabe der rechtlichen Betreuung von Frau S. übernahm, gab es ein dringendes Problem: Die Einkünfte waren gering und die Ersparnisse gingen zur Neige. Also klärte ich alles mit dem Sozialamt. Außerdem organisierte ich kostengünstig alle notwendigen Einkäufe, fand einen besseren Anbieter von „Essen auf Rädern“ und, wie von Frau S. gewünscht, eine günstigere Wohnung.“

Da sein für andere

„Frau H. ist fast blind, beidseitig amputiert und sehr kontaktarm. Ich besuche sie einmal in der Woche im Heim. Anfangs war sie war sehr verschlossen. Aber als sie merkte, dass ich jede Woche wieder komme und für sie da war, taute sie auf. Inzwischen erzählen wir beide viel und lachen zusammen, wenn ich bei ihr bin.“

„Besondere Freude hat es Frau G. gemacht, wenn ich mit ihr in die Stadt fuhr und sie im Sommer mit Genuss zwei Kugeln Eis schlecken konnte. Gesprochen hat sie nicht viel. Aber wenn ich an ihre Tür klopfte sagte sie „Komm rein“ oder wenn sie noch Schokolade wollte „Haste noch ein Stück?“

Schwere Zeiten

„Frau M. lebte im Heim. Sie wollte nicht mehr essen, Flüssigkeit bekam sie über Infusionen. Ich sprach mit ihrem Hausarzt und erfuhr, dass ihr eine Magensonde nicht wirklich helfen würde. Aufgrund ihres mutmaßlichen Willens, den ich über Verwandte in Erfahrung bringen konnte, wurde in Übereinstimmung mit dem Arzt keine Magensonde gelegt. In den folgenden sieben Monaten wurde Frau M. immer weniger, schien aber keine Schmerzen zu haben. Wenn ich sie besuchte, sah sie mich mit wachen Augen an. Schließlich durfte sie sterben. Ich war kurz danach bei ihr und konnte Abschied nehmen.“

„Frau H. wurde immer schwächer. Also saß ich einfach bei ihr, sprach mit ihr. Sonntags rief mich plötzlich das Heim an, weil es ihr noch schlechter ging. Ich fuhr sofort los, aber kam leider zu spät: Sie war gerade gestorben. Auch wenn die Betreuung nicht lange gedauert hatte – ich hatte das Gefühl, dass meine Besuche etwas Licht in ihr Leben gebracht hatte.“

Umgang mit Widerständen & Krise

„Am Anfang war die Betreuung von Herrn N. im Pflegeheim schwierig. Er schimpfte wie ein Rohrspatz, wenn ich kam - schockierend! Bis ich merkte, dass er einfach jemanden braucht, der seine Enttäuschungen ernst nimmt. Seit 3 Monaten bedankt er sich bei mir, wenn ich gehe.“

„Frau G. war dement und lebte im beschützten Bereich eines Heims. Dorthin war sie nach einem Krankenhausaufenthalt gebracht worden war. In ihrem Zimmer gab es außer ihrer Kleidung keine persönlichen Gegenstände. Hatte der Sohn die Wohnung seiner Mutter einfach komplett entsorgt und sich dann endgültig verabschiedet?“

„Frau N. betreute ich zwei Jahre im Heim, als sie schwer krank wurde. Ich nahm Kontakt zu ihren Kindern auf, mit denen sie sich zerstritten hatte. Und tatsächlich – die Tochter kam und versöhnte sich mit ihrer Mutter. Tags darauf konnte Frau N. in Ruhe sterben. Ich bin froh, dass ich zu diesem Abschied beitragen konnte.“